Ortsring Schierstein e. V.

Zusammenschluss der in Wiesbaden-Schierstein ansässigen Vereine, Kirchen, Verbände und Organisationen

Die Kunstmole im Osthafen von Schierstein

Wunderschön gelegen und jedes Jahr mit wechselnden Ausstellungen, das ist die Kunstmole in Schierstein. In Kooperation mit dem Ortsbeirat organisieren wir jedes Jahr eine Ausstellung mit jeweils drei Künstlern/Künstlerinnen.

Die diesjährige Ausstellungseröffnung findet am 27.04.2018, um 16:00 Uhr statt.

In diesem Jahr stellen sogar vier Künstlerinnen und Künstler aus. Nachfolgend können Sie sich vorinformieren.

Gemeinschaftsausstellung Gabrielle Hattesen und Ingrid Heuser:

„Erzählungen - Skulpturale Poesie/Lyrik“

künstlerische Intention

Schierstein, der an einem Strom gelegene Ort, entstand als Wohnstätte von Fährleuten, Schiffern, Fischern, Bootsbauern und Seifenherstellern, also sehr hart arbeitenden Menschen. Aber es wurde auch erzählt und gesungen. Realismus und Unwirklichkeit, Anmut und Hässlichkeit, Güte und Grausamkeit, Demut und List kennzeichnen die Inhalte solcher Lieder und Märchen. Aus diesen Gegensätzen haben wir unsere Objekte entwickelt.

Ingrid Heuser:

Meine Arbeit geht auf Volksmärchen zurück. In ihnen können Tiere sprechen und Menschen fliegen und am Ende wird alles Unrecht gerächt und alles Unglück geht gut aus.

„Auch die Wunden im Märchen sind verzauberte Wunden des Dichters“ sagt Reiner Kunze – und dies ist der Grund, warum sich Menschen in den über Jahrhunderte transportierten Geschichten immer noch wiederfinden und sie weitererzählen.

Ich habe narrative Module aus Papier, Farbe, Textil, Draht usw. erstellt und zwischen geweißte Buchdeckel eingearbeitet – so sind skulpturale Märchenbücher entstanden.

Gabrielle Hattesen

Ich verarbeite unterschiedliche. Materialien wie Draht, Papiere, Seife, Farben. Inspiriert wurde meine Arbeit durch den amerikanischen Song „That Lucky Old Sun“ (1949 Smith /Gillespie). Es ist das Lied eines körperlich schwer arbeitenden Menschen, der seine Familie kaum ernähren kann, verzweifelt ist, Gott anruft und gleichzeitig aus dem Singen seine Kraft zum Durchhalten schöpft. Diesem Lied möchte ich eine verkörperte Bedeutung geben.

Liedtext 4. Strophe (Auszug) :

Show me that river

take me across

wash all my troubles away

like that lucky old sun gimme nothing to do

but roll around heaven all day.


                                                              Wladimir Olenburg  „Tauwerk“


Sie ruhen an ihren Liegeplätzen und schaukeln im Wasser. Die Segel geborgen, aufgetaucht, abgeschlagen und verstaut. Ihre Masten ragen empor zum Himmel. Und das vorhandene Tauwerk verleiht ihnen ein filigranes, lineares Korsett. Segelboote. In ihrer Abfolge, nebeneinander fein säuberlich angeordnet, bieten Masten und Taue ein Bild sich überschneidender, bewegender Linien. Alles ist in leichter, kaum wahrnehmbarer Bewegung.

Ein faszinierendes Bild und Grund für mich, eine kleine Arbeit mit dem Titel „Tauwerk“ auf der Kunstmole Wiesbaden-Schierstein zu installieren.

Der Begriff Tau ist seemännisch nur als Wortteil gebräuchlich. Für ein einzelnes „Tau“ verwendet man Begriffe wie „Leine“ oder „Ende“. Der Begriff Tauwerk ist ein Oberbegriff und wird für das Material an sich benutzt. Tauwerk bezeichnet nicht einen konkreten Gegenstand, sondern die Gesamtheit von Bändsel, Leinen und anderen Tauarten.

Die Installation „Tauwerk“ besteht aus unterschiedlich starken Bändseln und Leinen, sowie Edelstahlseil. In die Leinen und Seile sind partiell farblose Glasstäbe unterschiedlicher Länge eingespannt. Sie fangen das Licht, verteilen es, verzerren den Hintergrund. Und erweitern das Tauwerk um ein neues Element.


                                                 Horst Reichard  „Husch, husch. Pfusch, pfusch.“

Eine Installation:
Eichholzbalken, Stahl, Modellautos, Stahldraht, Ringschrauben, Blei, Schrauben.



Impressionen vergangener Ausstellungen